Politischer Werdegang und politische Überzeugungen

Schon als Gymnasiast habe ich mich für Politik interessiert. Sich für eine Sache gemeinsam mit anderen einzusetzen und etwas zu bewegen und mitzugestalten, das habe ich immer als eine faszinierende Aufgabe betrachtet. Politik ist für mich konkretes Engagement für eine als richtig erkannte Sache.

So war es nur konsequent, dass ich mich im Gymnasium in Kempten als Klassen- und Schulsprecher und während des Studiums in München als Sozialreferent im AStA engagiert habe. In dieser Zeit bin ich auch der Jungen Union und der CSU beigetreten, weil sie für mich eine überzeugende Verbindung von sozialer, liberaler und an christlichen und bayerischen Traditionen orientierten politischen Grundsätzen darstellte. 1969 habe ich in meiner Heimatstadt Schongau die JU gegründet und 1972 mich dafür eingesetzt, dass die CSU in der Stadt, in der Franz Josef Strauß seinen politischen Weg begonnen hat, erstmals mit einer eigenständigen Fraktion zur Stadtratswahl angetreten ist. Nach einem Zwischenspiel als Kreisvorsitzender der JU im durch die Gebietsreform neu formierten Landkreis Weilheim-Schongau (1972 - 1974) vertrat ich die bayerische JU von 1973 bis 1979 im Bundesvorstand der Jungen Union. 1973 habe ich auch als Antwort auf eine zunehmende Indoktrination durch linke Lehrer in den Schulen die Schüler-Union initiiert und mit aufgebaut. Es war die Zeit, in der unser Staat durch den Terrorismus der RAF herausgefordert wurde, die Ölkrise die Abhängigkeit unserer Volkswirtschaft von fremder Energie bewusst machte und in die auch der bald wieder revidierte Kreuther Trennungsbeschluss fiel.

Ein faszinierendes Kapitel neuer politischer Herausforderungen begann mit der ersten europäischen Direktwahl im Jahr 1979, bei der ich als Spitzenkandidat der JU auf der CSU-Liste in das Europäische Parlament einzog. Aus dem alten Delegiertenparlament eine richtige Volksvertretung zu machen und die Europapolitik schrittweise zu parlamentarisieren und damit eine engere Verbindung zwischen den Wählern und den europäischen Institutionen herzustellen, das war eine Pionieraufgabe, wie sie sich in einem politischen Leben nur selten stellt.

Im Europäischen Parlament widmete ich mich neben der Jugendpolitik und institutionellen Fragen vor allem der Agrarpolitik, bei der zwar das Europäische Parlament bis heute keine Mitentscheidungskompetenz besitzt, die aber die am meisten vergemeinschaftete europäische Politik darstellt und die auch auf das moderne Bayern als größtes Agrarland und auf seine Kulturlandschaft besonders großen Einfluss hat. In enger Abstimmung mit der bayerischen Agrarpolitik konnte in den 80er Jahren die Förderung der Kulturlandschaft vorangebracht werden. Mit der EG-Milchgarantiemengenregelung gelang es, allerdings um den Preis erheblicher Härten, die europäische Überschusssituation beim wichtigsten bayerischen Agrarprodukt unter Kontrolle zu bringen. Als es 1987 in der EG zum illegalen Einsatz von künstlichen Hormonen in der Tiermast kam, setzte das Europäische Parlament seinen zweiten Untersuchungsausschuss ein und übertrug mir den Vorsitz. Nach der Direktwahl 1989 berief mich die Fraktion der Europäischen Volkspartei zu ihrem Agrarsprecher, 1991 übertrug mir der Agrarausschuss die Generalberichterstattung für die Reform der EG-Agrarpolitik. Wenige Monate vor meinem Ausscheiden wurde ich im Februar 1993 noch zum Vorsitzenden des Ausschusses für Recht und Bürgerrechte des EP gewählt. Mit meiner Berufung zum Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schied ich nach 14 Jahren aus dem Europäischen Parlament aus.

Vom 1993 bis 2003 gehörte ich der Bayerischen Staatsregierung an. Seit der Landtagswahl 1994 bin ich Mitglied im Bayerischen Landtag.
Im Oktober 2008 wurde ich zum 1. Vizepräsidenten des Bayerischen Landtages gewählt.

Richtschnur meines politischen Handelns ist es, den Menschen mit ihren konkreten Anliegen zu helfen und mich für einen fairen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen einzusetzen. Dabei müssen Freiheit und Verantwortung des einzelnen die Grundlage bilden. Dem entspricht eine freiheitliche Wirtschaftsordnung, in der sich Initiative und Unternehmergeist am besten entfalten und zum allgemeinen Wohlstand beitragen können. Genauso notwendig sind aber für eine menschliche Gesellschaft soziale Gerechtigkeit und Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Zur Aufgabe der Politik gehört es, immer wieder unter sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnissen für eine Balance zwischen Wettbewerb und Solidarität unter dem Gebot der Nachhaltigkeit zu sorgen. Dabei kann das christliche Menschenbild von der Fehlsamkeit des Menschen vor Absolutsetzungen und Ideologisierungen bewahren und pragmatische Lösungen erleichtern.

Entscheidend für mich als Abgeordneten ist das Gespräch mit den Menschen, die Bereitschaft für alle Bürgerinnen und Bürger, Betriebe und Vereine da zu sein, eine offene lebendige Diskussionskultur zu pflegen und vor allem die jungen Menschen zum politischen Mitmachen zu motivieren.