Elektrifizierung der Bahnstrecke München – Lindau ohne Ausbau der S 4 - Optimierungsprozess soll Nutzen-Kosten-Verhältnis bei S 4 stabil halten

Die Deutsche Bahn AG plant die Elektrifizierung der Strecke München – Lindau (ABS 48) ohne einen Ausbau im S-Bahn-Bereich. Das geht aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf einen von Stimmkreisabgeordneten Reinhold Bocklet initiierten Beschluss des Bayerischen Landtags hervor. Sowohl die kürzeren Fahrzeiten als auch das dichtere Fernverkehrsangebot bedingen nach Aussagen der Bahn nicht zwingend einen Ausbau der Strecke der S 4. Im Zielzustand des Streckenausbaus sollen die Züge des Schienenpersonenfernverkehrs die Metropolen München und Zürich in rund 3 Stunden und 15 Minuten verbinden. Mit der Realisierung der ABS 48 streben Schweizerische Bundesbahn und Deutsche Bahn auch ein dichteres Fernverkehrsangebot an. So sollen zukünftig täglich statt wie heute 4 Zugpaare dann 6 Paare zwischen München und Zürich verkehren. Ob und in welchem Umfang durch das dichtere Fernverkehrsangebot planmäßige Überholungen von S-Bahnen notwendig werden, kann nach Aussage des Ministeriums erst nach Abschluss der genauen Fernverkehrsplanung durch die Bahn benannt werden.

Zum Ausbau der S 4 West zwischen Pasing und Eichenau betont das Wirtschaftsministerium, dass er Bestandteil des Bahnknoten-Konzepts der Bayerischen Staatsregierung ist. Der geplante Streckenausbau schafft die Voraussetzung, dass zusätzlich zu dem mit Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke bereits verbesserten Fahrtenangebot auf der S 4 im Zielzustand noch weitere Fahrmöglichkeiten (Express-Verbindungen) hinzukommen können. In der Antwort des Ministeriums heißt es, dass die Planungen für den Ausbau der S 4 West vorangetrieben werden. Aufbauend auf dem wenn auch nur knapp positiven Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung vom März 2012 hat das Ministerium einen Optimierungsprozess über den bisher unterstellten Infrastrukturausbaubedarf auf der S 4 in die Wege geleitet. Ziel des Optimierungsprozesses ist es, das positive Nutzen-Kosten-Verhältnis auch für die weiteren Planungen stabil halten zu können. Nach Abschluss des Optimierungsprozesses wird dann die Bahn die Planungsschritte bis zur Genehmigungsplanung in Angriff nehmen können. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass für den Ausbau der S 4 noch umfangreiche Planungs- und Genehmigungsprozesse zu durchlaufen sind. Nach fachlicher Einschätzung wird dies noch die nächsten Jahre in Anspruch nehmen.