Bocklet macht sich für Germering als Mittelzentrum stark

Entwurf des Landesentwicklungsprogramms (LEP) muss geändert werden

Für die Einstufung Germerings als Mittelzentrum im neuen Landesentwicklungsprogramm (LEP) macht sich Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet in seiner Eigenschaft als Stimmkreisabgeordneter stark. In einem Schreiben an Staatsminister Martin Zeil weist Bocklet darauf hin, dass Germering die einzige unter den 28 Großen Kreisstädten im Freistaat Bayern wäre, die nicht den Status eines Mittel- oder Oberzentrums hätte, wenn der vorliegende Entwurf des LEP rechtskräftig würde.

„Für die Große Kreisstadt Germering hätte der vorliegende Entwurf absolut diskriminierende und nachteilige Konsequenzen“, betont der Abgeordnete. Im Gegensatz zum derzeit geltenden LEP sieht der Entwurf des neuen LEP eine deutliche Reduzierung der einzelnen Kategorien der Zentralen Orte und Siedlungsschwerpunktevor. Danach sollen die Siedlungsschwerpunkte gänzlich wegfallen und die Zentralen Orte nur noch nach Grundzentren, Mittelzentren und Oberzentren unterschieden werden, wobei die Mittel- und Oberzentren bereits im Anhang I festgelegt werden, während die Benennung der Grundzentren in den Regionalplänen erfolgen soll.

Im geltenden LEP von 2006 wird die Stadt Germering mit 26 anderen Gemeinden des „Großen Verdichtungsraums München“ als Siedlungsschwerpunkt eingestuft, während gleichzeitig Gemeinden wie Dorfen, Holzkirchen und Markt Schwaben in der Kategorie „Mögliche Mittelzentren“ zu finden sind. Diese drei Gemeinden werden nun im Entwurf des neuen LEP als Mittelzentren ausgewiesen. Über die künftige Einstufung der heutigen Siedlungsschwerpunkte soll dagegen erst vom Regionalen Planungsverband entschieden werden.

MdL Bocklet ist damit nicht einverstanden und fordert in Abstimmung mit Oberbürgermeister Andreas Haas die Einstufung von Germering als Mittelzentrum im endgültigen Entwurf des LEP, der dem Landtag zur Billigung vorgelegt wird.

Der Stimmkreisabgeordnete betont in seinem Schreiben, dass sich die Stadt Germering in mindestens zwei Punkten von den übrigen Gemeinden des „Großen Verdichtungsraums München“ unterscheidet: Germering ist nicht nur die größte kreisangehörige Gemeinde Bayerns, sondern mit knapp 38.000 Einwohnern auch die mit großem Abstand einwohnerstärkste Kommune unter den Stadtumlandgemeinden von München.

Außerdem ist sie die einzige Große Kreisstadt unter diesen 27 Stadtumlandgemeinden und die einzige unter den 28 Großen Kreisstädten des Freistaates, die nicht Mittel- oder Oberzentrum ist. Der Titel Große Kreisstadt sei der Stadt Germering zwar bereits im Jahr 2004 verliehen worden, er habe allerdings bei der zentralörtlichen Einstufung im geltenden LEP noch keine Berücksichtigung gefunden. Da aber die Erhebung zur Großen Kreisstadt eine Reihe von Qualifikationen voraussetze, die auch für die Einstufung als Mittelzentrum von Bedeutung seien, müsse diesem Umstand auf jeden Fall im neuen LEP Rechnung getragen werden, so der MdL.

Bocklet verweist darüber hinaus auch auf die besonders schwierige Konkurrenzsituation zwischen der Großen Kreisstadt Germering und der Landeshauptstadt München, die „weniger ihre zentralörtliche Funktion als die Selbstbehauptung gegenüber dem übermächtigen Nachbarn betrifft“. Diese Konstellation werde durch den Bau der Münchner Trabantenstadt Freiham noch verschärft. Deshalb komme der Einstufung und Anerkennung der Großen Kreisstadt Germering als Mittelzentrum eine geradezu existenzielle Bedeutung zu, schlussfolgert der Landtagsvizepräsident. Die Qualifizierung von Germering als Mittelzentrum sei im Hinblick auf diese Fakten mehr als gerechtfertigt.