Keine Lärmschutzwand im Stadtteil Graßlfing

Die Deutsche Bahn AG sieht keine Möglichkeit für den Bau einer Lärmschutzwand auf Olchinger Flur im Bereich des Stadtteils Graßlfing. Dies ist die Antwort der Bahn AG an die Stadt Olching. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet hatte sich auf Bitten von Bürgermeister Andreas Magg bei der Deutschen Bahn AG für das Anliegen der Einwohner von Graßlfing eingesetzt. In dem Antwortschreiben an die Stadt, das auch MdL Bocklet zugeleitet wurde, heißt es nun wörtlich: „Leider konnte hierfür der erforderliche Nutzen-Kosten-Vergleich aufgrund einer sehr weitläufigen/offenen Wohnbebauung mit nur wenigen förderfähigen Gebäuden nicht nachgewiesen werden. Die betroffenen förderfähigen Wohnhäuser werden im Rahmen der Lärmsanierung passiv saniert. Die Umsetzung der passiven Maßnahmen für diesen Bereich wird voraussichtlich bis Ende 2014 abgeschlossen sein.“

Das Schreiben der DB AG an Bürgermeister Andreas Magg hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

vielen Dank für Ihre Schreiben vom 22. Oktober 2012 an die Deutsche Bahn AG und die DB Netz AG zur Lärmbelastung in Olching. Dr. Grube hat mich gebeten Ihnen zu antworten.

Lassen Sie mich kurz die Ist-Situation darstellen: Im Rahmen der Ausbaustrecke (ABS) Olching - Augsburg erhielt die Stadt Olching ab dem Bahnhofsbereich in nördlicher Richtung umfangreichen Lärmschutz aus der Lärmvorsorge. In südlicher Richtung der Hauptstrecke München – Augsburg nach dem Bahnhofsbereich in Richtung Gröbenzell und der Güterumgehungsstrecke Abzw. Steinwerk - Waldtrudering fanden keine Ausbaumaßnahmen der Strecke statt, weshalb hier auch keine Lärmvorsorge umgesetzt wurde.

Im Rahmen des Lärmsanierungsprogramms an bestehenden Schienenwegen des Bundes wurde der südliche Stadtbereich nach dem Bahnhofsbereich bis zur Stadtgrenze auf der Hauptstrecke München - Augsburg in den Jahren 2002 - 2005 schalltechnisch saniert. Aus dem Lärmsanierungsprogramm wurden in Summe 1.476 laufende Meter Lärmschutzwände errichtet mit einem Bauvolumen von rund 1,7 Mio. Euro. Verbleibende Grenzwertüberschreitung an förderfähigen Gebäuden wurden mit passiven Lärmschutzmassnahmen saniert. Eine weitere Lärmsanierung im Stadtgebiet von Olching ist somit nach dem Regelwerk des Bundesverkehrsministeriums nicht erneut förderungsfähig.

Derzeit sind einige Projekte in der Umsetzung: Auf der Güterumgehungsstrecke Abzw. Steinwerk - Waldtrudering werden im Rahmen des Lärmsanierungsprogrammes zwei Lärmschutzwände mit einer Höhe von 3 Metern über Schienenoberkante auf südlicher Seite entlang der Pappelstraße und der Leiblstraße auf Gröbenzeller Flur errichtet. Die vsl. Baukosten betragen hierfür ca. 900.000 Euro.

Die Aluminium-Lärmschutzwand wird dabei hochabsorbierend ausgeführt, weshalb eine Schallreflexion auf die Graßlfinger Seite nahezu ausgeschlossen werden kann.

Auf nördlicher Seite auf Olchinger Flur im Bereich des Stadtteils Graßlfing wurde ebenfalls der Bau einer Lärmschutzwand im Rahmen der Lärmsanierung überprüft. Leider konnte hierfür der erforderliche Nutzen-Kosten-Vergleich aufgrund einer sehr weitläufigen/ offenen Wohnbebauung mit nur wenigen förderfähigen Gebäuden nicht nachgewiesen werden. Die betroffenen förderfähigen Wohnhäuser werden im Rahmen der Lärmsanierung passiv saniert. Die Umsetzung der passiven Maßnahmen für diesen Bereich wird vsl. bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Im Rahmen der Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes werden derzeit im Bereich der Gemeinde Gröbenzell an der Güterumgehungsstrecke 5560/ 5561 Abzw. Steinwerk - Waldtrudering auf Gröbenzeller Flur zwei Lärmschutzwände errichtet. Diese Lärmschutzwände werden auf der Bahnseite hochabsorbierend ausgeführt, sodass eine Schallreflexion auf die gegenüberliegende Seite auf Olchinger Flur nahezu ausgeschlossen werden kann.

Im Rahmen der schalltechnischen Untersuchungen wurden auch der Bau einer Lärmschutzwand auf Olchinger Flur (Bereich Graßlfing) untersucht. Entsprechend der Förderrichtlinie sind für aktive Maßnahmen der wirtschaftliche Nachweis erforderlich, d. h. das Nutzen – Kosten – Verhältnis (NKV) muss größer 1 sein. Aufgrund der sehr weitläufigen und offenen Wohnbebauung mit nur vereinzelten förderfähigen Gebäuden ohne eine kompakten Wohnbebauung konnte der hierfür erforderlichen NKV-Nachweis leider nicht erbracht werden. Der Bau einer Lärmschutzwand in dem genannten Bereich ist daher aus dem Lärmsanierungsprogramm nicht förderfähig. Für die wenigen förderfähigen Anwesen im Bereich der Stadt Olching (Stadtteil Graßlfing) werden deshalb passive Maßnahmen umgesetzt.

Bei dem von Ihnen genannten Signal in der Gröbenzeller Straße handelt es sich um das Einfahrsignal des Bahnhofs Olching der Strecke Abzweigung Steinwerk (-Olching) - München Nord Rangierbahnhof. Das Signal ist nach den Vorschriften der Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) installiert und darf an keiner anderen Stelle aufgestellt sein. Erstmals wurde das Signal im Jahr 1972 installiert und im Zuge des Neubaus der ABS 29 München - Augsburg erneuert. Dort werden Züge vom Münchner Nordring kommend auf die Strecke Richtung Augsburg eingefädelt. Wegen des derzeit stattfindenden Endausbaus der ABS Nord, zwischen Pfaffenhofen (Ilm) und Ingolstadt, werden Güterzüge von München über Augsburg und Treuchtlingen nach Nürnberg umgeleitet. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens kann es vorkommen, dass Züge vom Münchner Nordring kommend, zum Einfädeln auf die ABS 29, betriebsbedingt an dem Einfahrsignal anhalten müssen.

Generell kann ich Ihnen mitteilen, dass wir mit unserer neuen Strategie (DB 2020) die Lärmemission des Schienengüterverkehrs in dem Zeitraum 2000 bis 2020 um mindestens 50 % senken wollen. Dieses Vorhaben wird insbesondere durch die neuen Techniken (z.B. die Flüsterbremse), welche wir zunehmend einsetzen werden, begünstigt. Allerdings hat die DB keinen Einfluss auf die Fahrzeuge anderer Eisenbahnverkehrsunternehmer.

Eine Kopie des Schreibens habe ich auch dem Vizepräsidenten des Bayerischen Landtages, MdL Bocklet, zukommen lasse, da er sich in derselben Angelegenheit bei mir erkundigt hat.

Freundliche Grüße

Klaus-Dieter Josel
Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern (GL Bayern)
Deutsche Bahn AG“