Elektrifizierung der Strecke München-Lindau soll S 4-Ausbau beschleunigen - Wirtschaftsausschuss befasst sich mit Initiativantrag von MdL Bocklet

Der Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags wird sich auf seiner nächsten Sitzung mit einem Initiativantrag beschäftigen, den Stimmkreisabgeordneter Reinhold Bocklet zusammen mit Kollegen aus der CSU- und der FDP-Fraktion eingebracht hat und der die Beschleunigung des S 4-Ausbaus im Zusammenhang mit der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Lindau zum Ziel hat. In dem Antrag, den Bocklet mit den CSU-Kollegen Dr. Goppel und Dorow abgestimmt hat, wird die Staatsregierung aufgefordert, „die Ausbaumaßnahmen an der S4-Strecke zwischen Pasing und Eichenau im Hinblick auf den Ausbau der Strecke Lindau-Geltendorf und die dadurch bedingte Erhöhung des Fernverkehrsangebots zügig voranzutreiben“.

Bis Ende 2016 wird die Strecke Geltendorf-Lindau elektrifiziert. Der Fernverkehr Zürich-München wird sich dadurch verdoppeln und den Mischverkehr zusätzlich belasten. Schon heute stellen die vier Eurocity-Züge Zürich-München den S 4-Fahrplan vor Probleme, denn jeder dieser Züge muss fahrplanmäßig eine S 4 überholen, sodass die S 4 entgegen dem üblichen Taktfahrplan in Geltendorf (oder Grafrath) vier Minuten früher abfahren muss bzw. später ankommt. Schon heute kommt es täglich zu insgesamt 22 fahrplanmäßigen Überholungen von S 4-Zügen durch den EC- und Regionalzugverkehr, was entsprechend 22 Abweichungen im S-Bahn-Taktfahrplan verursachen kann. Hinzu kommen die außerplanmäßigen Überholungen, da die Linie ins Allgäu insbesondere im Winter sehr verspätungsanfällig ist.

Die vier bis fünf zusätzlichen EC-Züge pro Richtung werden die S 4-Strecke völlig zum Überlaufen bringen. Der S-Bahn-Taktfahrplan wäre dann nur noch Makulatur. Nicht nur der S-Bahn-Verkehr wird durch EC- und Regionalverkehr behindert, sondern die Behinderung wirkt auch umgekehrt. Drei von vier EC-Zügen Zürich-München brauchen auf der Strecke Buchloe-München fünf bis sieben Minuten länger, weil sie einem S-Bahnzug hinterherfahren müssen. Fünf Regionalzüge fahren auf der Strecke Geltendorf-Pasing neun bis zehn Minuten länger, weil sie hinter einer S-Bahn herfahren müssen. Mit der Verdopplung des Fernverkehrs wird sich die schon heute bestehende gegenseitige Behinderung von S-Bahn, Regionalzügen und EC-Zügen noch verstärken. Aus diesem Grund gehören der Ausbau der S 4 und die Elektrifizierung Geltendorf-Lindau zusammen, weshalb der S 4-Ausbau rasch in Angriff genommen werden muss, heißt es in der Begründung des Bocklet-Antrags.