Bericht über die Jexhof-Veranstaltung in der Ausgabe vom 21./22. Juli 2012

Leserbrief  

Nachdem Sie in Ihrem Bericht über die Jexhof-Veranstaltung in der Ausgabe vom 21./22. Juli 2012 mein Grußwort nicht erwähnen, dafür aber im „Bruckenmanderl“ „mit voin Worten, nix zu Sagn“ kommentieren, darf ich Ihnen den Wortlaut meines Redebeitrags übermitteln, damit sich Ihre Leser selbst ein Urteil bilden können:

„Das Bauernhofmuseum Jexhof feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, und zu diesem Jubiläum gratuliere ich als Vizepräsident des Bayerischen Landtags und langjähriges Mitglied des Fördervereins Jexhof ganz herzlich.

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Jexhofes erscheinen 25 Jahre beinahe wie ein Wimpernschlag; immerhin wurde der Hof urkundlich erstmals 1433 erwähnt, also vor stolzen 579 Jahren.

Dass der alte Hof vor 25 Jahren eine neue Bestimmung fand, verdanken wir nicht zuletzt den „Vätern“ des Bauernhofmuseums Jexhof: Dem damaligen Kreisrat und heutigen Oberbürgermeister Sepp Kellerer und Hans Hartl aus Oberschweinbach sowie Gottfried Grimm, der von 1972 bis 1990 Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck war.

Man kann es nicht nachdrücklich genug betonen: Wir verdanken es dem großen bürgerschaftlichen Engagement, das sich von Anfang an des Jexhofes angenommen hat. Seit 1983 bereits bemüht sich der Förderverein Jexhof e.V. um den alten Hof, seine Erhaltung und seine Nutzung als Museum. In späteren Jahren kam die Bürgerstiftung Fürstenfeldbruck dazu. Wissenschaftlich aufgebaut und weiterentwickelt wurde das Museum von Kreisheimatpfleger Alexander Zeh, seinem Nachfolger Toni Drechsler und aktuell von Museumsleiter Dr. Reinhard Jakob.

Und noch eine Institution gilt es heute für ihr Engagement um den Jexhof zu würdigen: Den Landkreis Fürstenfeldbruck als Träger des Bauernhofmuseums; der - wir haben es gehört – das Museum mit 300.000 Euro jährlich unterstützt. Mit Thomas Karmasin ist selbstverständlich auch der heutige Landrat und mit ihm der gesamte Kreistag sehr um diese Anlage bemüht – vor dem Hintergrund eingeschränkter Haushaltsmöglichkeiten ist das – wie wir wissen – keine leichte Aufgabe.

Dieses Museum ist die Mühen aber sichtlich wert, denn der Jexhof ist nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht ein echtes Juwel, sondern vor allem auch aufgrund seines vielfältigen Angebots: Das Bauernhofmuseum vermittelt durch seine Dauerausstellungen den rund 24.000 Besuchern im Jahr ein lebendiges Bild davon, wie das Leben einmal gewesen ist.

Neben den Dauerausstellungen bieten wechselnde Schauen und die vielen Aktionen, die im Jexhof stattfinden, weitere Einblicke in die Geschichte – insbesondere Kinder und Jugendliche erfahren dabei ganz praktisch, was ihre Großeltern und Urgroßeltern alles leisten mussten, um den Alltag zu bewältigen. Auf diese Weise entsteht Verständnis für frühere Generationen und den Weg des Fortschritts bis zum heutigen Tag.

Dazu kommen kulturelle Veranstaltungen im Jexhof wie das morgige Gastspiel des Kabarettisten Christian Springer oder Ende des Monats der Auftritt des Emmeringer Männerchores.

Diese kurze Auflistung zeigt: Das Bauernhofmuseum Jexhof ist eine echte Bereicherung der bayerischen Museumslandschaft, ein wichtiger Beitrag zur Kultur unseres Landkreises und es reicht in seiner sozialgeschichtlichen, museumspädagogischen und kulturellen Bedeutung weit über die Landkreisgrenzen hinaus.

Und dieses Projekt stiftet Identität: Sich gemeinsam mit der Heimatgeschichte zu befassen oder ein Kulturprogramm zu erarbeiten, verbindet die Menschen und lässt Brücken zwischen den Generationen, zwischen „Alt-Eingesessenen“ und „Zugereisten“, zwischen Tradition und Moderne entstehen.

Daher bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen allen, die Sie sich für diese Einrichtung aktuell und schon seit vielen Jahren engagieren und wünsche dem Bauernhofmuseum Jexhof auch in Zukunft das wichtigste für jedes Museum, nämlich viele interessierte und zufriedene Besucherinnen und Besucher und Ihnen einen vergnüglichen Abend.“

Reinhold Bocklet

I. Vizepräsident des Bayerischen Landtags