Leserbrief zum Thema S4

In einer Situation, in der es um gemeinsame Anstrengungen zur Berücksichtigung der S 4 bei der Verwirklichung des Bahnknoten München-Konzepts geht, verlegt sich der Leserbriefschreiber Wiedenmann (03. Mai 2012) in seinem Schweizer Domizil aufs Polemisieren.

Tatsache ist, dass es nach wie vor zur 2. S-Bahn-Stammstrecke kein vergleichbar durchgeplantes und mehrmals geprüftes Alternativkonzept gibt und dass Landrat Karmasin und ich mit dafür gesorgt haben, dass dieses Konzept nicht angesichts der Weigerung der Landeshauptstadt München zur Mit(-Vor)finanzierung zu den Akten gelegt wird. Jede Alternativplanung müsste bei Null beginnen.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung für den Ausbau der S 4 hat unter Mitberücksichtigung der 2. S-Bahn-Stammstrecke nur einen Wert von 1,04 ergeben. Ohne die 2. S-Bahn-Stammstrecke wäre das Nutzen-Kosten-Verhältnis negativ. Damit entfiele auch eine Förderung der auf 340 Mio. Euro bezifferten Kosten durch den Bund.

Auf Grund dieses Sachzusammenhangs ist der Bau der 2. S-Bahn-Stammstrecke Voraussetzung für die Finanzierbarkeit des viergleisigen Ausbaus der S 4. Von daher war es folgerichtig, die 2. S-Bahn-Stammstrecke im Förderprogramm des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes vor den Ausbau der S 4 zu setzen.

Im Rahmen des Kabinettsbeschlusses vom 09. Mai 2012 über die „planerisch und baulich beschleunigt realisierbaren Maßnahmen zur qualitativen Verbesserung des Nahverkehrs im Großraum München“ wurde auf Initiative von Landrat Karmasin und mir ausdrücklich festgelegt, dass parallel zum Sofortprogramm „die Planungen zum Ausbau der S 4 so zügig wie möglich vorangetrieben“ werden. „In diesem Zusammenhang optimiert und konkretisiert eine Arbeitsgruppe mit der Bahn zeitnah den Ausbaubedarf, um den Nutzen-Kosten-Faktor zu stabilisieren.“ Damit soll verhindert werden, dass die Wirtschaftlichkeit und damit die Förderfähigkeit des viergleisigen Ausbaus der S 4 im weiteren Planungsverlauf in Frage gestellt wird. Die Polemik gegen den „Würdigungs-Beschluss“ des Wirtschaftsausschusses in Sachen S 4-Petition geht damit ins Leere.

Bedauerlicherweise bringt sich die Bürgerinitiative selbst um ihren Erfolg, solange sich ihre Mitglieder über die Voraussetzung des Ausbaus der S 4, nämlich die 2. S-Bahn-Stammstrecke, uneinig sind.