Zuschüsse für Russenbrücke

Für die Sanierung der „Russenbrücke“ in Gröbenzell erhält die Gemeinde Gröbenzell knapp 50.000 Euro an Zuschüssen vom Landesamt für Denkmalpflege, Landkreis Fürstenfeldbruck, Bezirk Oberbayern und von der Bayerischen Landesstiftung. Dies teilt Stimmkreisabgeordneter Reinhold Bocklet nach der Zuschussentscheidung des Stiftungsrates der Bayerischen Landesstiftung mit. Den größten Kostenanteil der Renovierung trägt allerdings mit über 106.000 Euro die Gemeinde Gröbenzell selbst. Das Landesamt für Denkmalpflege hat in seiner befürwortenden fachlichen Stellungnahme dem Baudenkmal „Russenbrücke“ überregionale Bedeutung bescheinigt.

Die Russenbrücke war während des 1. Weltkriegs 1916 von französischen Kriegsgefangenen des Lagers Puchheim errichtet worden. Ihre gestalterische Besonderheit ist das Jugendstildekor. In dem Kriegsgefangenenlager waren etwa 8.000 russische, 8.000 französische, 8.000 italienische sowie 100 englische Gefangene untergebracht. Gegen Ende des Krieges fielen zahlreiche Gefangene einer Typhusseuche zum Opfer. Sie wurden in einem Massengrab beigesetzt. Später wurden alle Toten bis auf die Russen in ihre Heimat überführt. Daher heißt die Ruhestätte nun Russenfriedhof, woraus etwas missverständlich die Bezeichnung „Russenbrücke“ für das Bauwerk der Kriegsgefangenen entstanden ist.