Olchinger Schule an der Martinstraße wird „Flexible Grundschule“ - MdL Bocklet: Pädagogischer Fortschritt durch mehr Flexibilität und Individualität

 

Die Olchinger Grundschule an der Martinstraße wird ab dem nächsten Schuljahr 2014/2015 eine sog. „Flexible Grundschule“. Damit war die Bewerbung der Grundschule um Teilnahme an dem von der Stiftung Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem Kultusministerium durchgeführten Schulversuch erfolgreich. Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet begrüßt als zuständiger Stimmkreisabgeordneter die Aufnahme der Grundschule in das Programm, das mehr Flexibilität und Individualität in der Eingangsstufe zum Ziel hat und einen pädagogischen Fortschritt darstellt. Damit sollen den Grundschülerinnen und Grundschülern Wege eröffnet werden, die ihren unterschiedlichen Begabungen und Interessen sowie ihrer individuellen Lernentwicklung noch besser gerecht werden. Im laufenden Schuljahr 2013/2014 setzen in Bayern bereits 89 Schulen das Konzept der Flexiblen Grundschule um.

Die Flexible Grundschule knüpft an die Vorerfahrungen der Kinder in den Kindertageseinrichtungen an und führt die vertraute Situation des miteinander Arbeitens und Lernens unterschiedlicher Altersgruppen fort. Kinder beginnen die Grundschulzeit mit unterschiedlichen Vorkenntnissen. Damit das Lernangebot optimal an den individuellen Lernstand angepasst werden kann, ermitteln die Lehrkräfte die Lernausgangslage der Schulanfänger. So kann auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse jedes einzelne Kind von Anfang an entwicklungsgerecht gefördert werden.

Die Regelbesuchszeit in der Eingangsstufe (erstes und zweites Schulbesuchsjahr) beträgt zwei Schuljahre. In Anpassung an die individuelle Lern- und Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler eröffnet das Konzept der Flexiblen Grundschule die Möglichkeit eines dritten Schulbesuchsjahres, ohne dass ein Wechsel des Klassenverbandes erforderlich wird. Dieses Schulbesuchsjahr wird nicht auf die Pflichtschulzeit angerechnet. Kinder, die in ihrer Lern- und Sozialentwicklung sehr schnell voranschreiten, können bereits nach einem Schulbesuchsjahr in die dritte Jahrgangsstufe aufrücken. Bei der Entscheidung über die Verweildauer arbeiten die Erziehungsberechtigten und die Schule eng zusammen.

Das Unterrichtskonzept berücksichtigt die Verschiedenheit der Kinder. Daher werden in den Klassen der Flexiblen Grundschule gemeinsame Themen und offene Aufgaben angeboten, die differenziert und in kommunikativen Lernsituationen bearbeitet werden. Darüber hinaus werden bewährte und neue Unterrichtsmethoden in schüleraktivierenden Lernumgebungen genutzt, die jedem Kind ein Lernen im eigenen Tempo ermöglichen.

Die Modellklassen der Eingangsstufe besuchen Schülerinnen und Schüler des ersten und zweiten Schulbesuchsjahres. Die Klassenschülerzahl ist auf 25 Kinder begrenzt. Die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler wird als Chance genutzt, gezielt von- und miteinander zu lernen.

Die Kinder lernen individuell. Dies erfordert einen veränderten Blick auf Leistung. Die Modellschulen erproben daher verschiedene und auch neue Formen der Rückmeldung über den Lernerfolg sowie der Leistungserhebung. Das Zwischenzeugnis kann z.B. durch ein dokumentiertes Elterngespräch ersetzt werden.

Die Veränderungen im Unterricht, die verstärkte Berücksichtigung des individuellen Lernfortschritts und die Möglichkeit einer flexiblen Verweildauer erfordern eine intensivere Beratung der Eltern. Grundlage dafür sind die dokumentierten Beobachtungen der Lehrkräfte sowie die Ergebnisse der Leistungsfeststellung. Die enge Zusammenarbeit mit den Kindertageseinrichtungen sowie mit den Lehrkräften der folgenden Jahrgangsstufen sichert eine möglichst reibungslose Gestaltung der Übergänge.