Leserbrief - Dr. Runge liefert mit seinem Leserbrief in der Ausgabe vom 28. August 2013 dafür, dass man auch mit Auslassungen der Wahrheit schaden kann.

Der Kollege Dr. Runge liefert mit seinem Leserbrief in der Ausgabe vom 28. August 2013 ein schönes Beispiel dafür, dass man auch mit Auslassungen der Wahrheit schaden kann. Dr. Runge versucht mich zum Urheber des „Gespenst der Privatfliegerei" in Fursty zu stilisieren und verschweigt dabei, dass bereits in den 90er Jahren im Zusammenhang mit der Genehmigung des neuen Münchner Flughafens die zivilfliegerische Mitbenutzung des Militärflughafens Fürstenfeldbruck für die Allgemeine Luftfahrt von Staatsregierung und Landtag auf den Weg gebracht worden ist und die Erwähnung im Landesentwicklungsprogramm in späteren Jahren (2003 und 2006) nur die logische Folge davon war. Nur dank der Blockade der Gemeinde Maisach konnten sich die Flieger nicht etablieren.

Das Konzept für die nichtfliegerische Nachnutzung, das die Gemeinde Maisach im Sommer 2006 nach der Entscheidung der Bundeswehr, den Militärflughafen Fürstenfeldbruck ganz aufzugeben, vorgelegt hat, hatte erst zu dem Zeitpunkt Aussicht auf Verwirklichung, als der Vorstand der Fa. BMW Group trotz massiver Drohungen der Flieger-Lobby am 23. Mai 2007 definitiv entschieden hatte, sich mit dem Fahrsicherheitszentrum auf dem Gelände von Fursty anzusiedeln.

Daraufhin habe ich im Bayerischen Landtag durch Antrag die Staatsregierung aufgefordert, das Konzept der Gemeinde Maisach zur nichtfliegerischen Nachnutzung des ehemaligen Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck zu unterstützen und das Landesentwicklungsprogramm entsprechend zu ändern. Dieser Antrag wurde vom federführenden Wirtschaftsausschuss am 29. November 2007 mit der Zwei-Drittel-Mehrheit der CSU bei Stimmenthaltung von SPD und Grünen angenommen. Bei der Schlussabstimmung im Plenum am 30. Januar 2008 sprangen die Grünen noch rasch auf den fahrenden Erfolgszug auf, während die SPD bei ihrer Enthaltung blieb. Damit war der parlamentarische Durchbruch erzielt, der dann am 01. Januar 2010 mit der Änderung des LEP rechtlich umgesetzt wurde.

Angesichts der FFH-Qualität eines Teils des ehemaligen Flughafengeländes gingen die Behörden bei den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für die Ansiedlung von BMW mit äußerster Sorgfalt vor. Die Besorgnisse im Fürstenfeldbrucker Stadtrat scheinen auf gegriffenen Zahlen zu beruhen. Man sollte nun zunächst das Ergebnis der öffentlichen Anhörung im Rahmen der Auslegung der Maisacher Pläne abwarten, die am Donnerstag, 29. August 2013, zu Ende gegangen ist, bevor man zu einem abschließenden Urteil kommt.

Reinhold Bocklet, MdL
1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags