Leserbrief FFB-Tagblatt

 

Nach seiner Niederlage im erbitterten Kampf gegen die 2. S-Bahn-Stammstrecke, für die inzwischen die Bauarbeiten begonnen haben, scheint sich MdL Dr. Runge laut Ihrem Bericht in der Ausgabe des Fürstenfeldbrucker Tagblatts vom 29./30. September 2018 nun auf die Strecke der S4-West und den Ausbau mit einem 3. oder 4. Gleis einzuschießen.

Dazu teilt die DB Netze mit Datum vom 14.09.2018 folgenden Sachstand mit: „Die Vorplanung wird derzeit in der Leistungsphase 2 erstellt. Dabei wird die Umbestellung vom bisher viergleisigen in den nun dreigleisigen Ausbau zwischen Pasing und Eichenau berücksichtigt. Die erstellten Planungen der viergleisigen Variante sind für die dreigleisige Variante weitestgehend neu zu erstellen. Der Vertrag zur Überarbeitung der Planung mit dem Freistaat ist gezeichnet. Außerdem sind Mittel in Höhe von 12,3 Mio. Euro vom Freistaat für die Planung freigegeben. Mit der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens wird für 2020, mit Beginn der Hauptbaumaßnahmen 2025 und mit der Inbetriebnahme 2030 gerechnet.“

Beim Dialogform „Bahnausbau Region München-West“ am 14. September 2018 in Fürstenfeldbruck, bei dem dieser Sachstand vorgelegt wurde, zeigte sich das Verkehrsministerium gegenüber meinem Vorschlag aufgeschlossen, das 3. Gleis über Eichenau hinaus bis Fürstenfeldbruck fortzuführen und dazu ergänzende Planungen in Auftrag zu geben.

Der Wechsel von der viergleisigen in die dreigleisige Variante stößt aber nach wie vor auf z.T. rüde Kritik, so dass das Verkehrsministerium sowie die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gut beraten wären, ihre Entscheidung nochmals ausführlich öffentlich zu begründen. Leider war der eingangs erwähnte Dr. Runge bei der Veranstaltung in Fürstenfeldbruck trotz entsprechender Benachrichtigung nicht anwesend, wo er seine Kritik im Kreis der Fachleute und betroffenen Kommunalpolitiker hätte vorbringen können.

Im Übrigen hat sich der Bund zwischenzeitlich bereiterklärt, Bayern beim Bau der 2. Stammstrecke finanziell zu entlasten, so dass damit die Vorfinanzierung durch den Freistaat entfällt, nachdem die CSU bereits im Koalitionsvertrag die schrittweise massive Aufstockung der Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) durchgesetzt hatte. Damit ist auch die von Dr. Runge wiederholt befürchtete „Kannibalisierung“ der Mittel für die weiteren Projekte des Bahnknotens München durch die Finanzierung der 2. Stammstrecke gegenstandslos.