Leserbrief zur Polizeistation Gröbenzell

 

MdL Dr. Runge bemüht sich angestrengt mit seinen in Ihrem Bericht vom 05. April 2018 wiedergegebenen Äußerungen dem Leser zu vermitteln, dass die Gemeinde Gröbenzell nichts mit dem „äußerst schlechten Zustand“ (MdL Dr. Kränzleins Anfrage zum Plenum 21.11.2016) des im Miteigentum der Gemeinde befindlichen Gröbenzeller Polizeigebäudes zu tun habe. Er führt dafür die Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der MdL Gottstein vom 07.12.2016 an, in der auf die Frage nach baulichen Mängeln die Polizeiinspektion Gröbenzell nicht genannt wurde. Geflissentlich übergeht Dr. Runge dabei die Antwort der Staatsregierung vom 21.11.2016 auf eine Anfrage des MdL Dr. Kränzlein zum selben Thema, in der es wörtlich heißt: „Das Gebäude ist allerdings verbraucht und die Gemeinde hat in das Mietobjekt in den letzten Jahren nur noch in geringem Umfang Bauunterhalt investiert. Die Polizei hat beim Vermieter schon seit Jahren Renovierungsbedarf angemeldet. Eine Umsetzung erfolgte bisher nicht. Vor allem an den undichten alten Metallfenstern ist immer wieder Schimmel zu sehen, der von Zeit zu Zeit durch einen Maler der Gemeinde beseitigt wird. Eine Erneuerung der Fenster wurde von der Gemeinde in Aussicht gestellt, ein konkreter Zeitpunkt steht jedoch nicht fest. Im Jahr 2016 ist die Zwischendecke im Flur zu Boden gestürzt. Dieser Bauschaden wurde durch die Gemeinde zwischenzeitlich behoben.“

Die Unterstellung Dr. Runges, das marode Polizei-Gebäude sei nur ein Vorwand für eine längst geplante Zusammenlegung der beiden Polizeiinspektionen Gröbenzell und Olching, ist unschwer durch einen Blick auf moderne Organisationsgrundsätze zu entkräften. Selbst für einen Laien ist es nachvollziehbar, dass zwei Polizeiinspektionen im Abstand von nur 5 km Entfernung mit einer Personalausstattung von je zwischen 46 und 43 Personen nicht den Grundsätzen moderner Polizeiorganisation entsprechen und insofern eine Zusammenlegung fachlich geboten ist, abgesehen davon, dass Renovierungsausgaben für solche Inspektionen keinen Sinn machen. Das hat für sich genommen also nichts mit einem von Dr. Runge behaupteten Personalmangel zu tun, der damit kaschiert werden soll. Die Iststärke der Polizeibeamten ist übrigens im Freistaat von 33.042 im Jahr 2010 auf 35.502 im September 2017 angestiegen. Der geschilderte bauliche Zustand bei der Polizeiinspektion Gröbenzell war deshalb kein Vorwand, sondern eine sich bietende gute Gelegenheit zur notwendigen organisatorischen Strukturreform.