Mehrbelastung durch Süd-West-Umgehung begrenzt - MdL Bocklet schreibt an Eichenauer Bürgermeister

 

Die Mehrbelastung der Ortsdurchfahrt Eichenau durch die Süd-West-Umgehung von Olching hält sich in Grenzen. Dies teilt Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet auf der Grundlage eines Fachgutachtens von Prof. Dr. Kurzak dem Eichenauer Bürgermeister Peter Münster mit. Danach soll die Zusatzbelastung in Eichenau durch die Süd-West-Umgehung von Olching nicht mehr als 12 Prozent des bisherigen Durchgangsverkehrs betragen. Die entsprechenden Zahlen wurden im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vorgetragen.

Der Eichenauer Bürgermeister hatte sich in einem Schreiben an MdL Bocklet gewandt und zwar nicht den rechtsgültigen Planfeststellungsbeschluss in Frage gestellt, aber um Zurückstellung des Projekts und um Herausnahme aus der aktuellen Finanzierung gebeten. Der Landtagsvizepräsident hat nun seinerseits auf die höchstrichterliche Entscheidung verwiesen und betont, dass in den verschiedenen gerichtlichen Verfahrensschritten die einzelnen Argumente ausführlich geprüft worden seien. Neue Gesichtspunkte seien jedoch nicht schwerwiegend genug, um die Verwirklichung des Projekts trotz Planfeststellungsbeschlusses zurückzustellen.

Im Einzelnen hat Fachgutachter Prof. Dr. Kurzak zum Erörterungstermin in seiner Verkehrsuntersuchung festgestellt, dass mit der Umfahrung westlich Olching die Belastung der St 2069 südlich Roggenstein in der Prognose 2025 um ca. 1.900 Kfz/24h auf ca. 18.300 Kfz/24h zunimmt.

Diese Verkehrszunahme in der Ortsdurchfahrt Eichenau ist jedoch nicht durchgängig. Die von der Umfahrung Olching kommende Mehrbelastung führt nicht durch den ganzen Ort Eichenau hindurch.

Im Nullfall, d.h. ohne Südwestumfahrung Olching, ist die St 2069 südlich Roggenstein mit 16.416 Kfz/24h belastet. Davon kommen aus Eichenau 12.746 und von Puchheim-Bahnhof über die Bahnparallele 3.317 Kfz/24h (jeweils Summe beider Fahrtrichtungen). Die 12.746 Kfz/24h von/zur Schillerstraße Eichenau sind 7.860 „Eichenauer“ und 4.886 Durchgangsverkehr.

Mit Westumfahrung Olching steigt die Belastung der St 2069 südlich Roggenstein auf 18.319 Kfz/24h, das sind 1.903 Kfz/24h mehr als im Nullfall. Von Puchheim-Bhf. sind es  441 mehr, die jedoch die Ortsdurchfahrt Eichenau nicht belasten. Es sind auch 733 „Eichenauer“ mehr, die sich aufgrund der Westumfahrung Olching umlagern und nicht mehr nach Süden aus Eichenau herausfahren (Entlastung der Hauptstraße und der Roggensteiner Allee).

Es verbleiben somit 729 Kfz/24h zusätzlicher Durchgangsverkehr durch Eichenau aus Puchheim, Germering und weiter. Im Ergebnis wird die Hauptstraße von Eichenau nur um 200-400 Kfz/24h gegenüber dem Prognose-Nullfall mehr belastet und die Schillerstraße in Ortsmitte um 700 Kfz/24h sowie im nördlichen Abschnitt um 1.100 Kfz/24h, da sich der Verkehr in Richtung Umfahrung bündelt.

Es könne also keine Rede davon sein, dass es zu einer „erheblichen Verkehrszunahme“ komme, betont Landtagsvizepräsident Bocklet. Die Mehrbelastungen müssten vielmehr vor dem Hintergrund der Gesamtbelastung betrachtet werden. Im Übrigen müsse berücksichtigt werden, dass es sich bei der Ortsdurchfahrt von Eichenau um eine Staatsstraße, also um eine Straße von überörtlicher Bedeutung handle, deren Status auch vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof nochmals bestätigt worden sei. Diese Einstufung sei auch der Grund für den seinerzeitigen großzügigen Ausbau der Ortsdurchfahrt durch die staatliche Straßenbaubehörde gewesen.